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Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e.V.
 

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Zitat der Woche 49

 

Eltern sind die natürlichen Advokaten ihrer Kinder

 

„Ganz überwiegend vollzieht sich heute das Leben von Kindern außerhalb der Lebensräume von Erwachsenen in spezifischen „Sonderumwelten“. Hierzu gehören natürlich in erster Linie die Pflege- und Betreuungseinrichtungen wie Krippen, Horte, Kindergärten und auch Schulen, wo Kinder regelmäßig beaufsichtigt sind. […] Charakteristisch für diese Sonderumwelten ist, dass sie von Erwachsenen organisiert sind, dass der Gestaltungsraum der Kinder als von vorherein mit den Intentionen der Erwachsenen interferiert. Insoweit es sich um organisierte Betreuungseinrichtungen handelt, haben zudem mehr oder weniger professionelle hauptamtliche Betreuungspersonen das Sagen. […]

Die Professionellen, welche in der Regel eine größere Zahl von Kinder gleichzeitig zu betreuen und zu unterrichten haben oder aber (z. B. im Falle medizinischer oder psychologischer Dienstleistungen) mit dem einzelnen Kind nur kurze Zeit konfrontiert sind, sind gar nicht in der Lage, in ähnlicher Weise die spezifischen Eigenarten und Bedürfnisse des einzelnen Kindes zu berücksichtigen wie die Eltern. Im Interesse des Kindes und seiner Identitätsentwicklung ist daher eine advokatorische Funktion der Eltern, d. h. die Wahrnehmung der spezifischen Interessen dieses einzelnen Kindes, zu einer entscheidenden Erziehungsaufgabe geworden. Ein Kind benötigt, wie es der bekannte Kindheitsforscher Urie Bronfenbrenner einmal vortragsweise formuliert hat, „sombody who is crazy about that kid“, also jemanden, der/die ihm gerade nicht in distanzierter, seine Ansprüche im Vergleich zu denjenigen anderer Kinder oder einer Einrichtung ausgleichender Form gegenübertritt, sondern sich mit seinen Bedürfnissen und Interessen identifiziert und eben diese zur Geltung bringt.“

 

Franz-Xaver Kaufmann: Zukunft der Familie im vereinten Deutschland. Gesellschaftliche und politische Bedingungen, Verlag C. H. Beck, München 1995, S. 133-134.

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