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Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e.V.
 

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Zitat der Woche 23 - 2009

 

Europäische Sozialpolitiken - Abschied von Vater und Mutter

In der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung wird das neue Verhältnis zwischen Familie und Gesellschaft mit zwei Formeln auf den Punkt gebracht: der Entfamilisierung des Kindes und des Abschieds vom Maternalismus. Beide Formen stehen in der internationalen Debatte für die Hoffnung auf Emanzipation - nun des Kindes aus der Enge der Familie, nach wie vor der Frau aus den Zumutungen (Kosten) ihrer Alleinzuständigkeit fürs Kind - die in den nordeuropäischen Ländern schon längst stattgefunden haben soll. [...] Falls überhaupt noch von „Müttern" oder „Vätern" in den politischen Dokumenten die Rede ist und nicht abstrakt von „Eltern" oder gar von Erwachsenen (als Partner der Kinder) gesprochen wird, dann allein um der wechselseitigen Angleichung willen: Mütter sollen wie Väter erwerbstätig und Väter wie Mütter Betreuende sein. [...] Falls es unvermeidlich ist, die primäre und einzigartige Mutter-Kind-Bindung zu erwähnen, dann stellt diese nur eine Primärbeziehung zwischen erwachsener Bezugsperson und kindlichem Partner neben anderen dar, wobei sich das Kind aufgrund seines Autonomiebedürfnisses, das sich bereits im ersten Lebensjahr zeigen soll, rasch von der Mutter entfernen und „weitere Umwelterfahrungen" für die nichtmütterliche Bindungen stehen, machen sowie „neue Bildungsgelegenheiten" wahrnehmen will. Ergebnisse der älteren Forschung zu Folgen frühkindlicher Mutterentbehrung - man denke an die frühen Arbeiten von Bowlby oder Spitz - werden umgeschrieben.

 

Ilona Ostner: „Auf den Anfang kommt es an" - Anmerkungen zur „Europäisierung" des Aufwachsens kleiner Kinder, S. 44-62, in: Recht der Jugend und des Bildungswesens - Zeitschrift für Schule, Berufsbildung und Jugenderziehung 1/2009, S. 46 sowie S. 47-49.

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