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Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e.V.
 

Zitat der Wochen 18-19 / 2012

Alterung erstickt die wirtschaftliche Dynamik

Nirgends ist das Stichflammenhafte der Menschheitsentwicklung seit Beginn der Industrialisierung so deutlich wie bei der zahlenmäßigen Zunahme zunächst der europäischen und dann der Weltbevölkerung. [...] Nach und nach werden alle Völker im Laufe dieses Jahrhunderts altern und am Ende alt sein. Wie sollte es auch anders sein? Wenn - nicht zuletzt wohlstandsbedingt - die individuelle Lebenserwartung steigt und zugleich die Geburtenrate fällt, müssen die Menschen zunächst älter werden und eines Tages an Zahl abnehmen. [...]Völker mit einem Medianalter von weit über vierzig Jahren - die baldige Wirklichkeit in den frühindustrialisierten Ländern - mögen noch eine Weile das Stück von der immer frischen Jugendlichkeit spielen. Doch das ist nur eine theatralische Inszenierung. Tatsache ist, dass Phasen hoher wirtschaftlicher Expansion in aller Regel zeitgleich verlaufen mit den Sturm-und-Drang-Phasen [...] von Völkern. Sind diese einmal alt geworden, werden sie betulich und ängstlich und schätzen nichts höher als ihre Sicherheit - ganz ähnlich wie die meisten Individuen. Der Wind wirtschaftlicher Expansion, der überall, wo er wehte, ein historisch beispielloses Bevölkerungswachstum entfachte, scheint nun - zum Sturm gesteigert - dieses wieder auszublasen. 

 

Meinhard Miegel: Exit - Wohlstand ohne Wachstum, Berlin 2011, S. 126-129.

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